Erste Ergebnisse der Akteneinsicht

Dramatischer Verkehrszuwachs prognostiziert

Es gibt zwei Prognosen zum erwarteten Verkehrszuwachs auf den Umleitungsstraßen: Je nach Prognose wird in der  Jülicher Straße ein Zuwachs des Verkehrs von 100 % – 350 % erwartet, in der ebenfalls schon viel befahrenen Behmstraße ein Zuwachs von 75 % – 100 % und in der Malmöer Straße wird mit 150 % – 500 % der höchste Zuwachs erwartet – von derzeit rund 2.000 Pkw pro Tag auf ca. 10.000 Pkw pro Tag. Dabei beruhen die Schätzungen überwiegend auf Verkehrszählungen des Jahres 2009 sowie einer eintägigen Zählung im Jahr 2012, obwohl der Verkehr in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist.

Hohe Lärm- und Schadstoffwerte erwartet – zulässige Grenzwerte werden sogar überschritten

Ausweislich der eingesehenen Gutachten kommt es – wie erwartet – entlang der geplanten Umleitung zu Überschreitungen der Lärm- und Schadstoff-Grenzwerte:

„Ein von Müller-BBM erstelltes Lärmgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass unter der Annahme, dass der gesamte im Bestand vorhandene Verkehr die geplante Umleitungsroute nutzt, eine Überschreitung der zulässigen Lärmpegel sowohl am Tag als auch bei Nacht zu erwarten ist.“ (Verkehrsgutachten Hoffmann-Leichter vom 23.06.2013, S. 30, welches sodann zu dem Ergebnis kommt, dass nach erfolgter Asphaltierung und bei einer Reduzierung des Verkehrs nur noch an wenigen Stellen die Grenzwerte überschritten werden sollen; woher diese Reduzierung des Verkehrs kommen soll, bleibt jedoch fraglich).

„Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid NO2 werden an den betrachteten Immissionsorten … leicht überschritten…. Vor dem Hintergrund, dass an ähnlich stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen in Berlin ebenfalls Überschreitungen des Grenzwertes … registriert werden (Am Messstandort Frankfurt Allee….), stellt dies keine Ausnahmesituation dar. Auch ließe sich diese Überschreitung nur vermeiden, wenn das Verkehrsaufkommen auf der Umleitungsstrecke reduziert wird.“ (Luftschadstoffgutachten Hoffmann-Leichter vom 27.06.2013, S. 28).

Wir meinen: Hauptverkehr gehört auf große Straßen umgeleitet und nicht durch Wohngebiete. Kleine, einspurige Wohnstraßen kann man nicht mit breiten, mehrspurigen Hauptstraßen wie der Frankfurter Allee vergleichen, die in aller Regel noch über trennende Grünstreifen verfügen.

Alternativenprüfung unzureichend

Wirkliche Alternativen wurden in den Gutachten nicht geprüft. Eine weiträumige Umleitung des PKW-Verkehrs über Hauptverkehrsstraßen – wie beim LKW-Verkehr erwogen – wurde ohne nähere Begründung mit dem Argument ausgeschlossen, diese seien ohnehin schon stark befahren. Dabei kommen die Gutachter selbst zu dem Ergebnis, dass wenn gar keine Umleitung ausgeschrieben würde, sich der Verkehr weiträumiger verteilen würde und die Belastungen damit insgesamt reduziert werden könnten. Aber auch zu der derzeit geplanten Variante gibt es Alternativen: Würden Jülicher und Malmöer Straße nur als einspurige Fahrbahn befahren, würden naturgemäß weniger Autos die Strecke nutzen und die Belastungen für die Anwohner reduziert, wie die Gutachter ausdrücklich feststellen.  Welche Auswirkungen eine teilweise Sperrung der Wohngebiete in der Nacht oder am Wochenende haben würde, wurde gar nicht untersucht.

Somit bleibt es dabei: Wir fordern ein neues, intelligentes Umleitungskonzept!

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3 Gedanken zu „Erste Ergebnisse der Akteneinsicht“

  1. Zu spät hatte ich von der Lärmoffensive für den Straßenverkehr gehört, um darauf reagieren zu können.Ich konnte aber sehen, das jemand den Lärm der BSR-Fahrzeuge in derMalmöer str. Bemängelt hatte. Als jetzt die Malmöerstr. Umgebaut wurde dachte ich naiv-da wird ja mal was für die Leidtragenden getan. Mit eurem Aushang kam die Ernüchterung und dieWut darüber wie wir wieder verarscht worden sind. Der Mauerpark ist ja so ein ähnliches Beispiel. Vielleicht las sich das ja bündeln

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