Bürgerinitiative Malmöer Straße gegründet

Keine zweispurige Hauptverkehrsstraße im Familienkiez!

Ab Mai 2015 soll die Böse-Brücke saniert werden. Geplante Dauer der Maßnahmen: zwei Jahre! Die Böse-Brücke wird dabei nicht komplett gesperrt, sondern immer nur halbseitig. Die Malmöer Straße soll während der ganzen Zeit als Umleitungsstrecke dienen – und umfunktioniert als zweispurige Einbahnstraße den Verkehr in West-Ost-Richtung auffangen. Das heißt: Zweispuriger, hektischer Dauerverkehr im Wohnviertel, auf dem Weg zur Bornholmer Grundschule, zur neuen Pfefferwerk-Sporthalle und zum Spielplatz. Das heißt: Auto vor Mensch! Das klingt nicht nur falsch – das ist falsch! Wir – die Bürgerinitiative Malmöer Straße – fordern ein besseres Konzept!

Ein einfaches DIN A4 Blatt außen an die meisten Eingangstüren der Malmöer Straße geheftet, informierte die Anwohner lapidar darüber, dass die bislang ruhige, kopfsteingepflasterte Tempo-30-Straße drei Werktage später asphaltiert wird. Kaum gelesen, schon war der erste Abschnitt abgesperrt und die Baustellenfahrzeuge rollten an. Das 100-Jahre-alte Kopfsteinpflaster auf der Fahrbahn wurde herausgerissen und dieselbe asphaltiert. Und dies für Berliner Verhältnisse ungewohnt zügig.

Während die meisten Anwohner noch staunten, dass vor der Haustür schon wieder die Straße aufgerissen wurde, wurden von der Verwaltung Fakten geschaffen.

Der Verkehr muss rollen – was interessieren uns die Anwohner

Fakt 1: Die Malmöer Straße wird Teil der Hauptumleitungsstrecke für den Verkehr der Bornholmer Straße, wenn die Böse-Brücke saniert wird. Und der Verkehr muss rollen! Fakt 2: Das geht nur zweispurig und ganz ohne historisches Kopfsteinpflaster. Für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eine ebenso klare Sache wie für Pankows Baustadtrat Jens-Holger Kirchner, von den Grünen.

Klar war den Verantwortlichen wohl auch, dass eine zweispurige asphaltierte Hauptverkehrsachse, anstelle einer ruhigen Nebenstraße, kaum auf Gegenliebe in dem von vielen Familien mit jungen Kindern bewohnten Kiez stoßen würde. Also wurden diese Anwohner nicht per Anschreiben persönlich informiert, zu keiner öffentlichen Info-Veranstaltung eingeladen, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt.

Sicherheit geht vor im Familienkiez – nein, zur Autostadt!

Wir fordern ein Umleitungskonzept, das auch die Interessen der Menschen vor Ort berücksichtigt und nicht ausschließlich die Interessen der Autofahrer. Die bisherige Planung, die allein auf einen rasch fließenden Autoverkehr abzielt, gefährdet die Anwohner und insbesondere die Kinder. Zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr wird sie entgegen aller Verlautbarungen zu Stau und Autochaos im ganzen Arnimkiez führen.

Auf einem ersten Treffen haben wir als Anwohner überlegt, wie wir auf die Maßnahmen der Stadt reagieren wollen. Wir haben erste Vorschläge und Forderungen gesammelt, um die zweispurige Umleitungsstrecke zu verhindern.

Unsere Forderungen an Bezirksamt und Senatsverwaltung :

  1. Tempo 30 gewährleisten, z.B. durch besser wahrnehmbare Tempo-30-Schilder als momentan der Fall, Tempo 30-Markierungen auf der Fahrbahn, Hinweisschilder auf Schulkinder, Bremsschwellen, Ampeln, Blitzer.
  2. Einspurige, beruhigte Verkehrsführung, die langsam fließenden, geordneten Verkehr garantiert und Chaos und Drängelei der Autofahrer verhindert. Die Sicherheit aller Anwohner, vor allem die Sicherheit der Kinder auf ihrem Weg zur Schule, zum Spielplatz und zur Sporthalle geht vor!
  3. Schutz der Nachbarstraßen, z.B. mittels Durchfahrt-Verbote
  4. Effektiver Schutz vor LKW , kein Schwerverkehr in der Malmöer Straße
  5. Zusicherung der zeitlichen Begrenztheit des BVG-Ersatzverkehrs (kein durchgehender Nachtverkehr und insgesamt nur die drei angekündigten Monate Schienen-Ersatzverkehr), Einsatz von Kleinbussen oder Elektrobussen statt Riesenbussen
  6. Rückbau des Kopfsteinpflasters

Wir freuen uns auf weitere Unterstützung durch die Anwohner im Kiez.

Helft uns, dass die Malmöer Straße auch in den nächsten Jahren eine sichere Wohnstraße bleibt. Unterstützt uns mit Euren Vorschlägen und bei der Auseinandersetzung mit dem Senat und den zuständigen Ämtern. Tragt Euch in die E-Mail-Verteiler-Liste (unter Kontakt) ein und kommt zur nächsten Anwohner-Versammlung – Ankündigung folgt!

P.S. So soll die geplante Umleitungstrecke verlaufen:

Umleitungsstrecke